Schlagwort-Archiv: ESMA

EU-Kommission tritt Zusammenführungssystemen von Systematischen Internalisierern außerhalb Handelsplätzen entgegen

Die EU-Kommission hat am 28. August 2017 einen Verordnungsentwurf zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 veröffentlicht, welche ihrerseits vor nicht allzu langer Zeit am 31. März 2017 im Amtsblatt veröffentlicht worden war.

Die Änderungsverordnung soll die Begriffsbestimmung des Systematischen Internalisierers („SI“) nach Art. 4 Abs. 1 Nummer 20 MiFID II konkretisieren. Diese Ergänzung dient dem Ziel, eine wahrgenommene aktuelle Gesetzeslücke zu schließen. ESMA befürchtet, dass sich Systematische Internalisierer außerhalb von Handelsplätzen über die Etablierung gemeinsamer Netzwerke sich deckende Kundenorders in systematischer Weise zusammenführen könnten, um so die höheren Anforderungen und Schutzstandards für Handelsplätze (geregelte Märkte, MTF und OTF) nach MiFID II/MiFIR gezielt zu umgehen. Hier hatte ESMA am 1. Februar 2017 einen „Weckruf“ an die EU-Kommission abgesetzt und eine zeitnahe gesetzgeberische Intervention gefordert.

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Evaluierung EU-Leerverkaufsverordnung: ESMA-Konsultationsverfahren endet am 4. September 2017

Zur Evaluierung der EU-Leerverkaufsverordnung konsultiert ESMA im Auftrag der EU-Kommission gegenwärtig die Marktteilnehmer.

Das in insgesamt 16 Einzelfragen untergliederte ESMA-Konsultationspapier vom 7. Juli 2017  spricht konkret folgende Themenkomplexe:

  • Ausnahmen für das Market Making,
  • Transparenzregeln für Netto-Leerverkaufspositionen und Meldepflichten sowie
  • Leerverkaufsverbote im Fall starker Kursverluste.

Für Market Maker von besonderem Interesse sind dabei u.a. Fragen

  • zur Abkehr vom aktuellen Einzelwert bezogenen Meldesystem der Absichtsanzeigen nach Art. 17 Abs. 5 EU-Leerverkaufsverordnung zur Nutzung der sog. Market Maker-Ausnahme vom Verbot der Tätigung ungedeckter Leerverkäufe, welches ESMA im Konsultationspapier wörtlich als „difficult and burdensome“ beschreibt, und dessen mögliche Ersetzung durch andere geeignete Meldeformate;
  • zum Für und Wider einer Vereinheitlichung der Definition des Market Making-im Rahmen der Leerverkaufsverordnung und MiFID II anstelle des bisherigen differenzierten, bereichsspezifischen Ansatzes;
  • zur Sinnhaftigkeit der Einschränkung des Erfordernisses der Handelsplatzzugehörigkeit von Market Makern nach der EU-Leerverkaufsverordnung sowie
  • zu Wegen der Erhöhung der Transparenzerhöhung von Market Making Aktivitäten im OTC-Bereich.

Grund genug also, sich rege an der Konsultation zu beteiligen. Die Stellungnahmefrist endet am 4. September 2017 (COB). Die Stellungnahmen der Marktteilnehmer werden Eingang in die Technical Advice von ESMA finden. ESMA wird dieser der Kommission bis zum 31. Dezember 2017 übermitteln.

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ESMA startet ein neues Informationstool

ESMA hat am 9. Februar 2017 ein neues Informationstool (Q&A-Tool) gestartet, das Interessenten einen schnellen Zugang zu existierenden ESMA Frage-und Antwort-Listen ermöglicht sowie ein Forum für neue Fragestellungen bietet. Themenschwerpunkte sind insbesondere Marktmissbrauch, MiFID II und MiFIR. Interessenten können ihre Fragen stellen, indem sie das hierfür vorgesehene Übermittlungsformular entsprechend den Instruktionen von ESMA ausfüllen und anschließend an Info.ESMA@esma.europa.eu senden. Die Antworten werden auf der ESMA Homepage in englischer Sprache veröffentlicht.

Stimmrechtsmitteilungen: ESMA veröffentlicht Practical Guide

ESMA hat am 3. Februar 2017 unter dem Aktenzeichen ESMA 31-67-535 einen Practical Guide zu den nationalen Regeln über die Mitteilung bedeutender Stimmrechte auf Grundlage der Transparenzrichtlinie veröffentlicht. In einem ersten Teil gibt der Practical Guide einen Überblick über die einzelnen nationalen Regeln, die in Umsetzung der Transparenz-Richtlinie in der Fassung der Transparenzrichtlinie in der Fassung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie TRL erlassen wurden. Im zweiten Teil fasst ESMA die nationalen Regelungen in tabellarischer Form zusammen, um Rechtsanwendern – auch grenzüberschreitend – einen leichten Einblick in das Regelungsgefüge des jeweiligen Herkunftsstaates eines Emittenten zu verschaffen, an dem eine bedeutende Beteiligung gehalten wird. Dabei geht es im Einzelnen Weiterlesen

Risk Dashboard 4/2016: ESMA sieht hohe Marktrisiken mit stabilem Ausblick

ESMA hat am 1 Dezember 2016 ihren Risikobericht  (Risk Dashboard) zum dritten Quartal 2016  veröffentlicht. Die im zweiten Quartal 2016 ermittelten hohen Kredit- und Marktrisiken in den EU-Märkten sind im dritten Quartal 2016 unverändert geblieben. Das Niedrigzinsumfeld und die hiermit verbundenen Risiken sind weiterhin konstante Risikofaktoren. Daneben haben auch geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Ungewissheit die makroökonomischen Prognosen negativ beeinflusst. Trotz der anhaltend hohen Hauptrisiken hat ESMA die verschiedenen Risikokategorien (market risk, liquidity risk, contagion risk, credit risk and operational risk) im 3Q16 mit stabilem Ausblick bewertet.

  • ESMA sieht weiterhin hohe Risiken in den EU-Märkten, im Einzelnen hohe Risiken (high risks) am Wertpapiermarkt und erhöhte Risiken (elevated risks) für Investoren, Infrastrukturen und Dienstleitungen.
  • Liquiditätsrisiko im 3Q16 ist weiterhin als hoch (high) bewertet, da Liquiditätsbelastungen in Aktienmärkten, Märkten für Unternehmensanleihen sowie innerhalb von Segmenten der Fondsbranche zu erkennen sind.
  • Das Ansteckungsrisiko ist weiterhin aufgrund der Vernetzung zwischen den verschiedenen Segmenten der Finanzmärkte hoch (high), namentlich aufgrund des Niedrigzinsumfeldes und der damit verbundenen Anreize für risikoreiche Anlagen.
  • Zeichen des Einfließens der Ungewissheit und Volatilität nach dem Referendum im Vereinigtem Königreich sind erkennbar. Dies hat zur Abnahme des systematischen Risikos in den Eigenkapital- und Anleihenmärkten geführt.
  • Die EZB setzt den Kauf von Investment-Grade-Anleihen nicht finanzieller Unternehmen fort. Renditeaufschläge (spreads) von Unternehmens- und Staatsanleihen sind im 3Q16 durchschnittlich gesunken.
  • Die Strategien zur Suche nach höheren Renditen sind weiterhin ein Risikofaktor. Im 3Q16 haben die Anlagen in Emerging-Market-Kapitalbeteiligungsgesellschaften und in auf Anleihen aus Schwellenländern fokussierten Fonds mit Zuflüssen von EUR 27,3 Milliarden deutlich zugenommen. Es handelt sich um die höchsten Zuflüsse seit 3Q14. Erträge aus Eigenkapitalfonds mit Anlagen in der EU haben sich erhöht.
  • Als Konsequenz des Niedrigzinsumfeld hat die Ausgabe von Staatsanleihen mit langen Restlaufzeiten zugenommen. Anleger bevorzugen den zusätzlichen Vorteil der langen Laufzeiten und die EU-Regierungen haben gleichzeitig die durchschnittliche Dauer ihrer Staatsverschuldung mit niedrigeren Kreditzinsen verlängert.
  • Market risk remained very high, yet now with a stable outlook“. Die Märkte stehen weiterhin unter dem Einfluss politischer Entwicklungen. Das Ergebnis des Referendums im Vereinigten Königreich hat die Aktienkurse in der EU-Finanzbranche negativ beeinflusst, was auch zu niedrigeren Aktienkursen im 3Q16 führte. Andere preisbelastende Faktoren resultierten aus der Anzahl notleidender Kredite bestimmter Banken und den (neuen) Bankgeschäftsmodellen im Niedrigzinsumfeld.
  • Die Infrastruktur des EU-Finanzmarkts hat sich allerdings als widerstandsfähig gegenüber der hohen Volatilität von Anfang des 3Q16 erwiesen.

Product Governance: ESMA veröffentlicht Leitlinien

Die ESMA hat am 5. Oktober 2016 ein Konsultationspapier für Leitlinien zu Fragen der product governance veröffentlicht. Die Leitlinien betreffen die Bestimmung des Zielmarktes durch Hersteller und Vertreiber von Finanzinstrumenten und soll sicherstellen, dass Artikel 16 Abs. 3 und Artikel 24 Abs. 2 der Richtlinie 2014/65/EU vom 15. Mai 2014 (MiFID II) einheitlich umgesetzt bzw. ausgelegt werden. Die Leitlinien dienen zudem dazu, Wertpapierfirmen Klarheit über ihre aus vorgenannter Richtlinie folgenden Pflichten zu geben. Weiterlesen

MAR: Marktsondierung

Die Marktsondierungen sind gemäß Ziffer 32 der Präambel der Marktmissbrauchsverordnung (MAR) „ein ausgesprochen wertvolles Instrument zur Beurteilung der Meinung potenzieller Anleger“. Sie haben zudem eine große Bedeutung für das ordnungsgemäße Funktionieren der Finanzmärkte und sollten daher als solche nicht als Missbrauch qualifiziert werden.

Die Durchführung von Marktsondierungen wird durch das nunmehr geltende MAR-Regime formalisiert. Zweck des formalisierten Regimes ist die Festlegung eines klaren Rahmens, in dem Insiderinformationen unter bestimmten Bedingungen offengelegt werden können, ohne zugleich eine unbefugte Weitergabe von Insiderinformationen darzustellen (Entwürfe der ESMA zu technischen Regulierungsstandards, Ziffer 74, Seite 23).

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MAR: Umsetzung des MAR-Regimes für Whistleblower

Wie in der Juli-Ausgabe des BaFin Journals mitgeteilt, hat die Bundesanstalt zum 2. Juli 2016 eine zentrale Stelle zur Entgegennahme und Nachverfolgung von Hinweisen auf Verstöße gegen Aufsichtsrecht eingerichtet. Die Einrichtung einer Hinweisgeberstelle soll zur Aufdeckung und Nachverfolgung von Fehlverhalten einzelner Personen oder Unternehmen, die im Finanzsektor tätig sind, beitragen. Verstoßmeldungen können (i) schriftlich in Papierform oder auf elektronischem Wege, (ii) telefonisch mit oder ohne Aufzeichnung des Gesprächs und (iii) in persönlichen Gesprächen abgegeben werden. Die Verstoßmeldungen können auch in anonymisierter Form eingereicht werden. Ein spezielles Verfahren zum Schutz der Informanten und deren personenbezogenen Daten wurde über sichere und autonome Kommunikationskanäle geschaffen. Weiterlesen